LEGO MOC: Steampunk-Forschungsstation von EndlessAges

Was wäre, wenn Wissenschaftler ihre Teleskope, Tauchboote und Forschungsgeräte ausschließlich mit Dampfkraft betreiben würden? Scott Nussbaum, in der LEGO-Szene als EndlessAges bekannt, hat sich genau darüber Gedanken gemacht. Herausgekommen ist „Steam Powered Science“, eine ungewöhnliche Forschungsstation mit über 3.400 Teilen, acht Minifiguren und zahlreichen mechanischen Funktionen.

Das Modell entstand ursprünglich als „Exploratorium“ für LEGO Ideas und schaffte es später in das BrickLink Designer Program. Doch der Weg vom digitalen Entwurf zu einem tatsächlich produzierbaren Set erwies sich als deutlich komplizierter als erwartet.

Die Idee: Das Universum erforschen – mit Dampfkraft

EndlessAges wollte eine Forschungsstation bauen, deren Bewohner den Geheimnissen des Universums auf der Spur sind. Ein Teil des Gebäudes widmet sich den Himmelskörpern, ein anderer der Erforschung der Ozeane. Beide Bereiche stecken in einem verwinkelten Steampunk-Bau, der zugleich Kulisse und mechanisches Modell ist.

Ein Teleskop lässt sich durch eine Öffnung im Dach ausfahren, ein drehbares Aquarium zeigt eine kleine Unterwasserwelt. Dazu kommen ein Kran mit beweglichem Suchscheinwerfer, ein vom Wasserrad angetriebener Kolbenmechanismus und ein mechanisches Modell unseres Sonnensystems. Ein dampfbetriebenes Tauchboot mit acht austauschbaren Anbaugeräten ergänzt die Station. Über Scharniere lässt sich das Gebäude öffnen, um an den Innenraum zu gelangen.

Anderthalb Jahre Arbeit für einen Entwurf

Rund anderthalb Jahre entwickelte EndlessAges nach eigenen Angaben die ursprüngliche Version, bevor er sie bei LEGO Ideas einreichte. Sie gehörte zu seiner „Flight Works Series“, einer Reihe von Steampunk-Modellen. Tatsächlich erreichte die Forschungsstation dort die Schwelle von 10.000 Unterstützern – eine Garantie für die Produktion ist das bekanntlich nicht.

Mit dem BrickLink Designer Program bot sich eine zweite Chance. Dafür musste der Entwurf allerdings mit verfügbaren LEGO-Elementen und zulässigen Bautechniken umsetzbar sein.

90 Prozent der Steine mussten ausgetauscht werden

Die erste Version war ausschließlich digital entstanden. EndlessAges hatte dabei etliche Elemente in Farben verwendet, die LEGO nie produziert hatte, während andere Teile längst nicht mehr erhältlich waren. Für das BrickLink Designer Program mussten schließlich rund 90 Prozent der Steine ausgetauscht werden.

Damit war es nicht getan: Sämtliche mechanischen Funktionen mussten mindestens einmal überarbeitet werden. Auch ungewöhnliche Bautechniken machten Schwierigkeiten. Nach Darstellung des Designers stand zeitweise etwa die Hälfte des Modells wegen unzulässiger Konstruktionen infrage; mehrfach drohte der Ausschluss aus dem Programm.

Gerade dieser Teil der Geschichte zeigt, was einen ambitionierten MOC von einem serienreifen Set unterscheidet. Die charakteristische Architektur und die Funktionen sollten erhalten bleiben, obwohl Farben, Elemente und konstruktive Lösungen immer wieder geändert werden mussten.

Acht Minifiguren und eine kleine Geschichte

Zur Forschungsstation gehören zwei Professoren, ein Musiker, ein alter Seemann mit Taucheranzug, ein Tauchbootpilot und zwei Erfindungsdiebe. Die Figuren sind mehr als Dekoration: Sie geben dem Gebäude eine eigene kleine Geschichte zwischen wissenschaftlicher Neugier und zwielichtigen Absichten.

Warum daraus kein reguläres Set wurde

Für die dritte Crowdfunding-Runde des BrickLink Designer Programs wurde „Steam Powered Science“ mit 3.403 Teilen und einem vorgesehenen Preis von 249,99 Euro angekündigt. Die nötige Zahl an Vorbestellungen kam jedoch nicht zusammen, weshalb das Modell nicht in Serie produziert wurde.

Im September 2022 veröffentlichte EndlessAges die Bauanleitung auf Rebrickable. Damit können Fans die Forschungsstation dennoch nachbauen – vorausgesetzt, sie beschaffen die benötigten Teile.

Der Erbauer hinter Steam Powered Science

Hinter EndlessAges steckt Scott Nussbaum aus Wisconsin. LEGO begleitet ihn seit seiner Kindheit. Später entdeckte er die Steine wieder, als er alte Sets für ein Tabletop-Rollenspiel verwendete. Daraus entstand der Wunsch, eigene Konstruktionen zu entwickeln und über LEGO Ideas zu zeigen.

Die Arbeit am BrickLink Designer Program war aufwendiger als erwartet, gab ihm aber einen Einblick in die Anforderungen, die auch professionelle LEGO-Designer berücksichtigen müssen. Dass die Forschungsstation letztlich nicht in Serie ging, ist schade. Ihre Entstehungsgeschichte zeigt aber, wie viel Eigenständigkeit und Tüftelei in einem gelungenen MOC stecken.

Den Entwurf und die Bauanleitung findet ihr bei Rebrickable unter MOC-121751. Weitere Hintergründe liefert EndlessAges’ Vorstellung im BrickLink Designer Program.

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